Diagnostik

Anamnese und Diagnostik

Unser Anspruch an Diagnostik und Anamnese ist umfassend und geht über die Frage, ob eine Lese-/Rechtschreib- beziehungsweise eine Rechenschwäche vorliegt weit hinaus.

Für die Anamnese werten wir eventuell vorhandene Befunde aus und erfragen die Vorgeschichte. Wir wollen dabei von Ihnen wissen, ob es besondere Vorkommnisse gab, die auf den Befund hinwiesen, oder wo nach Ihrer Meinung die „Stolpersteine“ beim Lernen liegen.
Erst danach folgt unsere eigene Diagnose, die wir mittels informeller und/oder standardisierter Verfahren durchführen. Unser Blick ist sowohl auf lern- als auch auf entwicklungsbezogene Erkenntnisse gerichtet, die wir in den ersten Arbeitserfahrungen mit dem jeweiligen Kind oder Jugendlichen praxisnah gewinnen. In dieser Gesamtschau bilden wir Hypothesen über die vorliegende Lernstruktur und leiten daraus individuelle Therapievorschläge ab.

In unserer Diagnose betrachten wir nicht nur den Lernabstand zur Klasse, sondern auch die inneren Entscheidungsprozesse, über die ein Kind oder Jugendlicher verfügt und die seine speziellen Kompetenzen ausmachen.
Über dies alles – also unsere diagnostischen Ergebnisse, die ersten Eindrücke sowie die daraus resultierenden Hypothesen und Vorschläge – erstellen wir einen protokollarischen Kurzbericht, den die Eltern von uns erhalten.

Für die Feststellung einer Rechenschwäche benötigen wir 3 Stunden, für die Feststellung einer Lese-/Rechtschreibschwäche 2 Stunden. Bei darüber hinausgehenden Fragen benötigen wir Beobachtungsstunden in gemeinsamer Arbeit, der Umfang wird im Erstgespräch eingeschätzt. Wir beleuchten die aktuelle Situation und bilden Hypothesen darüber, was nötig wäre, sie im gewünschten Sinn zu verändern. Dabei beziehen wir das gesamte Spektrum von Hilfemöglichkeiten – also nicht nur unser eigenes Angebot – mit ein.
Diagnostik und Therapie gehen Hand in Hand und spiegeln sich gegenseitig wieder. Die Diagnostik ist der Ansatzpunkt für die Therapie, und jede Therapiestunde liefert neue diagnostische Erkenntnisse, die den nächsten Therapieschritt bestimmen. So kann der Therapieverlauf sehr fein abgestimmt werden und der Lernfortschritt sehr gut gesteuert werden.

Beim Umgang mit den Kindern erklären wir verständlich, was wir vorhaben und mit ihnen machen wollen. Dabei erklären wir ihnen die “Tests“ als spannende, abwechslungsreiche Stunden, in denen sie uns anhand verschiedener Situationen und Materialien erklären können, warum sie etwas so und nicht anders machen. Die meisten Kinder haben gute Gründe dafür, warum sie ein Wort in einer gewissen Weise schreiben oder eine mathematische Aufgabe in ihrer speziellen Form lösen. So verstehen wir ihre Logik und erkennen, was sie bereits können und in welchen Bereichen ihnen weitere Informationen helfen können, richtig zu schreiben oder zu rechnen. Da die Kinder im Erstgespräch bereits mitentschieden haben, ob sie der Testung zustimmen, erleben sie die Diagnostik in der Regel als angenehme Zeit und arbeiten gern mit.